Wenn man nicht weiß, wo man sich gerade befindet, weder weiß wo das eigene Zuhause ist noch wohin denn die eigene Reise gehen soll, dann helfen selbst die besten Landkarten nicht weiter. Bevor man diese überhaupt zur Hilfe nehmen könnte, muss man sich neu orientieren. Tritt man also unversehens in einen unbekannten Bezirk oder wird man durch besondere Umstände in eine unübersichtliche Situation versetzt, dann bleibt einem nur, sich auf das zu besinnen, was einem selbst gegeben ist: das eigene Gefühl und der eigene Kopf.
Immanuel Kant fasst die Notwendigkeit, sich auf die eigenen, subjektiven Navigationsinstrumente zu beziehen, die einem bleiben, wenn keine gesicherten objektiven Landkarten zur Verfügung stehen, wie folgt: „Sich im Denken überhaupt orientiren, heißt [...]: sich bei der Unzulänglichkeit der objectiven Principien der Vernunft im Fürwahrhalten nach einem subjectiven Princip derselben bestimmen“ (Kant: Was heißt: Sich im Denken orientiren?, 1786).